Unsere lehrreichste Wanderung :)

Eine unser ersten Wanderungen im Socatal war zugleich eine unserer lehrreichsten. Man muss dazu sagen, dass es aber auch eine unserer ersten richtigen Bergtouren war.
So mussten wir  lernen, dass man Wegweisern nicht immer glauben sollte, Wanderkarten mit einem Maßstab von 1:50.000 nicht immer zur Wegfindung geeignet sind und dass man den Wert von Wasser- und Essensvorräten nicht unterschätzen sollte:

Wir hatten uns eine kleine Tour rausgesucht und festgestellt, dass wir unser Zwischenziel, Kmsko jezero, von Basti als Kind „Schweine im Weltall“ genannt, in knapp der Hälfte der angegebenen Zeit erreicht haben. Da der nächste Gipfel mit einer Entfernung von zwei Stunden angegeben war und es noch nicht einmal zwölf Uhr war, beschlossen wir unsere Wanderung zu erweitern und den Veliki Smohor zu besteigen.

Nach zwei Stunden Laufzeit und nur einem Wegweiser in der Zwischenzeit, waren wir noch immer nicht annähernd kurz vor dem Gipfel und der kurz darauf erscheinende Wegweiser nahm uns die weitere Hoffnung, den Gipfel hinter der nächsten Kehre zu erreichen: Hier stand, dass es noch immer 1,5 Stunden seien.
Wir gaben die Hoffnung nicht auf, liefen weiter, füllten unsere bereits leeren Wasserflaschen mit Wasser aus Altschneefeldern auf und erreichten dann irgendwann auch den begrasten Gipfel.
Da wir die Karte wohl nicht richtig interpretiert hatten, sind wir fälschlicherweise auch davon ausgegangen, dass es einen breiteren Wirtschaftsweg wieder hinunter geben würde und wir in kürzester Zeit unschwierig wieder unten sein würden. Hier hatten wir uns leider getäuscht… der Fahrweg war weit und breit nicht zu sehen und nach erneutem und ausführlichem Kartenstudium, stellten wir fest, dass dieser wohl vom benachbarten Gipfel abging.

Dieses führte dazu, dass ich einen kurzen, klitzekleinen Panikanfall bekommen habe und mit den ohnehin schon angespannten Nerven relativ nah am Ende war. Im Gegensatz zu Basti  war ich vorher noch nie wirklich in den Bergen und stellte mir  angesichts des doch sehr steilen Aufstiegs, der fortgeschrittenen Tageszeit und unseres minimalen Essensvorrats von drei Keksen für de ganzen Tag schon vor, die Nacht auf dem Berg verbringen zu müssen.
Wir haben also den Abstieg in Angriff genommen, der dann doch einfacher und schneller war als gedacht, stärkten uns in der Hütte unseres eigentlichen Tagesziels und erreichten letztendlich unbeschadet unser Auto im Tal kurz vor Einbruch der Dunkelheit und vor dem großen Gewitter, welches typisch für diese Region am frühen Abend ist.

„Schweine im Weltall“
Aussicht vom Smohor
Smohor
Wegweiser

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